Samstag, 22. Februar 2014

Von dem Knaben







Zwischen eismüden Bäumen und Sternblumenpfützen
verlief sich ein Wesen, so durchscheinend zart
wie ein mailindes Lüftchen. Wer mag es beschützen
vor launischem Klirren in Großvaters Bart?

Seine Augen sind neblig, verkrustete Narben
verbergen die Schmerzen, im schneeigen Nichts
wo es einschlief, bedecken die gestrigen Farben
erfrorener Vögel die Reste des Lichts.

Denn der Mond schlurft wie stets auf dem nachtblauen Bogen,
er spottet den Menschen, erzählt seine Mär
von dem Knaben, dem grünen mit seidigem Haar,

dessen Vater gestorben, vom All aufgesogen,
dem funkelnden Himmel verwoben nun wär
und der demnach am Morgen erwache. Fürwahr.


© A. M. F.
2012

Mittwoch, 18. September 2013

Flott



 



Dir nützt weder Stöpsel noch Daumen,
wenn herbstliche Früchte vom Gaumen
in glühenden Pfeilen
zum Hauptausgang eilen.
Du denkst nur: Die herrlichen Pflaumen!

© A.M.F.

18.09.2013




Samstag, 20. November 2010

Regenkatse

Komm schnell, mein Miezgen, komm herein.
Siehst aus wie' n  wildes Stachelschwein!
Warst Mäuse jagen in der Nacht?
Und? Hast mir eine mitgebracht?

Da liegt das Mäuslein in der Tür,
Ich fürchte mich, doch dank ichs dir.
Friss sie mal selbst - was ist dabei?
Ich hatte schon mein Frühstücks-Ei!

So geh nun von den Beinen mir,
Du pitschpatschnasses Katzentier!
Ich streichel dich auch - ohne Mist-
Wenns Katzenkleidchen trocken ist.

© A.F. August 2010